Barfußschuhe im Winter: So bleiben deine Füße warm und trocken

Surfschuhe Mares Equator im Schnee
Mit den Mares Equator im Schnee

Barfußschuhe im Winter tragen?

Das ist gar nicht so verrückt wie es sich vielleicht anhört. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, läuft oft nicht mehr gerne in herkömmlichen Schuhen.

Hier erfährst du, wie du mit deinen Barfußschuhen gut durch die kalte Jahreszeit kommst.

Es gibt auch einen eigenen Artikel über spezielle Barfußschuhe für Herbst und Winter.

Meine ersten Barfußschuhe habe ich damals im April gekauft. Ich war froh, die warme Jahreszeit noch vor mir zu haben. Zu dieser Zeit war ich nämlich noch davon überzeugt, dass es viel zu kalt wäre, Barfußschuhe im Winter zu tragen.

Aber es kam alles ganz anders.

So wurde es im Herbst kälter und ich hatte mich so sehr an das tolle Laufgefühl gewöhnt, dass es wirklich unangenehm war, normale Schuhe zu tragen. Meine alten Schuhe kamen mir alle unglaublich schwer und klobig vor.

Ich habe mich damit ein wenig gefühlt, als wäre ich „blind“. Mir fehlte so sehr das Tastempfinden, das die dünnen Sohlen von Barfußschuhen ermöglichen. So habe ich immer weiter nach Wegen gesucht, den Umstieg so lange wie möglich hinauszuzögern.

Irgendwann lief ich dann mit meinen Mares Equator Surfschuhen* durch knietiefen Schnee und spätestens damit war klar, dass es mit dem Umstieg nichts mehr wird.

Ganz ehrlich: Es macht auch einfach viel zu viel Spaß so durch den Schnee zu laufen, das ist wirklich ein unglaublich tolles Gefühl!

Barfußschuhe Gobi Ladies Hi Top im Schnee
Mit Barfußschuhen durch den Winter

So bin ich dann schließlich auch den ganzen Winter hindurch nur mit Barfußschuhen gelaufen.

Und weißt du, wie oft ich erkältet war in diesem Winter? Kein einziges Mal. Man spürt natürlich, wenn man auf gefrorenem Boden oder im Schnee steht oder läuft. Mit der richtigen Ausrüstung und ausreichend Bewegung wird es trotzdem nicht zu kalt.

Warum bekommt man eigentlich kalte Füße im Winter?

Der kalte Boden und die kalte Umgebung entziehen dem Körper sehr viel Wärme. Je besser die Isolierung zwischen Körper und Außenwelt, desto weniger Wärme kann verloren gehen. Vielleicht kennst du das aber auch: Du trägst im Winter dicke Socken und gefütterte Schuhen. Und du hast trotzdem eiskalte Füße, die einfach nicht warm werden wollen.

In dem Fall helfen auch keine noch wärmeren Socken oder dicker gefütterte Schuhe.  Deine Füße sind ganz einfach schlecht durchblutet. Aber warum ist das so?

Bei Kälte reagiert dein Körper nämlich mit einem Schutzmechanismus. Der Blutfluss wird so reguliert, dass vor allen Dingen die lebenswichtigen inneren Organe gut durchblutet und damit gewärmt werden. Um das zu gewährleisten, werden die Blutgefäße in Armen und Beinen verengt. Das verlangsamt den Blutfluss, Hände und Füße werden kalt.

Daran ändern auch die wärmsten Fellstiefel nichts, da diese nur gut isolieren und damit bereits vorhandene Wärme im Körper halten, aber selbständig keine Wärme erzeugen können.

Oft sind die sogar kontraproduktiv: Sie nehmen die Feuchtigkeit auf, die durch das Schwitzen entsteht, lassen diese aber nicht aus dem Schuh heraus. Mit nassen Füßen frierst du schneller, und deine Schuhe werden auch schnell anfangen zu müffeln.

Was kannst du also tun?

Durch Bewegung wird der Kreislauf schnell wieder in Schwung gebracht und damit die Durchblutung angeregt. Die Blutgefäße in Armen und Beinen weiten sich und Hände und Füße werden wieder warm. Wenn du also im Winter frierst und kalte Füße hast hilft es, wenn du dich bewegst.

Beispielsweise ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause tut gut und wärmt dich wieder auf, auch wenn es sehr kalt draußen ist. Geh ein wenig auf und ab wenn du auf die Bahn oder den Bus wartest. Wenn man ein wenig kreativ wird, findet man oft Möglichkeiten für mehr Bewegung. Das wärmt dich nicht nur wieder auf, sondern ist auch dazu auch noch gesund.

Wenn du in Barfußschuhen läufst, haben deine Füße viel mehr Bewegungsfreiheit als in Normalschuhen. Dadurch wird die gesamte Fußmuskulatur gefordert, was die Durchblutung in Beinen und Füßen stark verbessert.

Die Reize durch verschiedene Untergründe wirken zusätzlich wie eine leichte, anregende Massage. Viele Menschen, die in Barfußschuhen laufen berichten, dass sie seitdem weniger schnell kalte Füße bekommen, bzw. diese viel schneller wieder warm werden.

Natürlich ist das Kälteempfinden von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auch braucht es ein wenig Gewöhnung an die kühleren Temperaturen, gerade wenn du erst im Winter anfängst mit Barfußschuhen zu laufen.

Barfußschuhe wintertauglich machen

Wenn die Temperaturen langsam fallen, kann man sich in Barfußschuhen zunächst noch sehr gut behelfen, indem man die oft dazugehörigen Einlegesohlen verwendet und gegebenenfalls auch dickere Socken trägt. Das sorgt für eine gute Isolation.

Auch wenn dadurch ein wenig Barfußgefühl verloren geht, ist es so doch ein viel natürlicheres Laufgefühl als mit zentimeterdicken Sohlen.

Da Barfußschuhe recht großzügig geschnitten sind, ist das in der Regel kein Problem. Achte aber bitte darauf, dass du trotzdem noch genügend Bewegungsfreiheit im Schuh hast. Wird dein Fuß zu sehr eingeengt, werden die Bewegungsabläufe behindert.

Tipp: Konventionelle Einlegesohlen sind für die meisten Barfußschuhe zu schmal. Kauf sie einfach 2-3 Nummern zu groß und schneide sie dann passend zu.

Wenn du nicht selbst zuschneiden möchtest, die Einlegesohlen von Vivobarefoot* passen auch in die meisten anderen Barfußschuhe hinein. Für den Winter empfehle ich dir die roten Thermo-Einlegesohlen. Die mag ich am liebsten, sie halten schön warm und tragen nicht zu dick auf.

Für noch mehr Wärme sorgen Stulpen*. Diese sind auch ideal, wenn du nicht gerne dicke Socken trägst oder es damit zu eng im Schuh wäre.

Stulpen und Barfußschuhe
Stulpen halten dich schön warm

Die Beine sind ja oft am dünnsten bekleidet, und es macht einen enormen Unterschied wenn die Knöchel und Unterschenkel zusätzlich gewärmt werden.

Stulpen gibt es in vielen unterschiedlichen Materialien und Farben. Wahlweise können sie „geknautscht“ nur im Knöchelbereich getragen werden oder auch mehr oder weniger glatt bis zum Knie hochgezogen werden. So glattgezogen können sie auch unauffällig unter der Hose getragen werden.

Die meisten Stulpen werden explizit als Damenstulpen verkauft. Ich finde ja, dass auch Herren ohne Weiteres Stulpen tragen können.

Unter der Hose versteckt werden und  in Kombination mit farblich passenden Socken fallen sie gar nicht auf.

Sehr beliebt sind auch Zehensocken, hier wird jeder Zeh einzeln umhüllt.   Zehensocken gibt es in vielen unterschiedlichen Farben und Materialien.

Zehensocken Injinji
Zehensocken von Injinji

Sehr schön sind z. B. die Zehensocken von Injinji*. Allerdings sind Zehensocken auch wiederum Geschmackssache.

Nicht jeder mag das Gefühl und nicht jeder empfindet diese als wärmer. Das lässt sich nur durch Ausprobieren herausfinden.

Der Geheimtipp: Wasserdichte Socken

Nicht nur die Kälte ist ein Problem im Herbst und Winter. Richtig unangenehm wird es, wenn Wasser in den Schuh eindringt.  Viele Barfußschuhe sind wasserabweisend und halten Regen und Schnee bis zu einem gewissen Grad stand.

Wenn du aber längere Zeit draußen unterwegs bist, reicht das meistens nicht aus. Spätestens bei Dauerregen, tiefen Pfützen oder beim Laufen über nasse Wiesen wird es nass im Schuh. Das ist nicht nur unangenehm, du frierst so auch viel schneller.

Mein Tipp für dich sind die SealSkinz*, ich bin ganz begeistert von denen. Das sind wasserdichte, winddichte Socken, die atmungsaktiv sind. SealSkinz gibt es in verschiedenen Ausführungen vom Söckchen* über mittelhohe Socken* bis zum Kniestrumpf*.

Dazu werden jeweils drei verschiedene Stärken angeboten, dünne, mittlere und dicke Socken. Je nachdem welchen Wärmebedarf du hast, findest du hier das passende Modell. Ein großer Vorteil dieser Socken ist, dass das Barfußgefühl dadurch nur leicht gedämpft wird. Du hast trotzdem noch einen guten Bodenkontakt.

Sealskinz wasserdichte Socken
Gut ausgerüstet – Sealskinz Socken* sind wasserdicht und halten warm

Die dickeren Varianten der Sealskinz enthalten Schurwolle. Die dünneren Modelle werden ohne Wolle gefertigt und sind daher auch für Veganer geeignet.

SealSkinz halten wirklich was sie versprechen: Ich habe sie ausgiebig getestet, auch bei längeren Touren durch die Natur, dabei aber nie nasse Füße bekommen. Selbst bei Dauerregen oder im Schnee bleibt alles warm und trocken, auch wenn Wasser in die Schuhe eintritt.

Das Material ist nur wenig elastisch. Das Tragegefühl ist dadurch anfangs etwas ungewohnt, aber doch angenehm.

Und keine Sorge, die Socken haben absolut nichts mit Plastikfolie gemeinsam.

Sie bestehen nur aus einem etwas festeren Material als herkömmliche Socken und sind innen sogar recht flauschig.

SealSkinz sind waschbar bei 40 Grad. Zum Waschen und Trocknen sollten sie auf links gedreht werden.

Wenn du mit deiner Schuhgröße im oberen Bereich der empfohlenen Größen liegst oder eine Zwischengröße hast kann es sinnvoll sein, die Socken gleich eine Nummer größer zu wählen, da das Material wie schon beschrieben nicht so gut nachgibt.

Hier die Größentabelle der Sealskinz*:

Größentabelle SealSkinz

Lies auch meinen ausführlichen Artikel über die Sealskinz.

Sicher an´s Ziel bei Glatteis

Auf Eisflächen und verdichteten, spiegelblanken Schneeflächen hat auch das beste Schuhprofil keine Chance. Egal ob Barfußschuh oder nicht. Ich habe schon so einiges ausprobiert um auch bei diesen Witterungsverhältnissen sicher vorwärts zu kommen.

Viele Schneekrallen oder Schneeketten für Schuhe taugen grade mal für eine kurze Straßenüberquerung.

Wirklich überzeugt haben mich die Icers  Grödel von Vibram*. Nicht ganz preisgünstig, aber dafür sind sie auch wirklich haltbar und verlässlich. Mit denen bin ich bisher immer sicher ans Ziel gekommen.

Auch auf den rutschigsten Eisflächen habe ich damit guten Grip und muss keine Angst haben zu rutschen. Durch die Klettbänder lassen sie sich perfekt anpassen behalten ihren Sitz auch auf längeren Strecken.

Die Spikes kannst du austauschen, dafür brauchst du das Icers Grödel Kit*. Mit der Bestellung solltest du aber nicht zu lange warten, die sind im Winter wegen hoher Nachfrage oft mal vergriffen. Am besten gleich auf Vorrat kaufen.

Die Icers nehmen natürlich viel vom Barfußgefühl weg. Es ist immerhin eine zusätzliche Sohle mit Spikes und mehr Gewicht am Fuß. Hier geht´s aber weniger um das Barfußgefühl, sondern um deine Sicherheit.

Abgesehen davon: In Barfußschuhen + Icers läuft es sich trotzdem noch um Längen besser als in konventionellen Trekkingschuhen.

Fazit

Du siehst, du musst auf deine Barfußschuhe im Winter nicht verzichten. Ob du mehr Schutz gegen Kälte oder Nässe brauchst, es gibt schon so einige Möglichkeiten. Probier es doch einfach mal aus.

Wirklich wasserdichte Minimalschuhe gibt es ohnehin nur wenige, und mit den Sealskinz ist man da wesentlich flexibler. So lassen sich z. B. auch leichte Barfuß-Laufschuhe ganz einfach wintertauglich machen.

Und ansonsten gibt es ja auch noch warme Barfußschuhe für Herbst und Winter. Und wenn es dir zu Hause barfuß zu kalt ist, schau doch mal bei den Barfuß-Hausschuhen vorbei.