Neoprenschuhe als Barfußschuhe

Neoprenschuhe Mares Equator im Wald
Neoprenschuhe Mares Equator als Barfußschuhe

Neoprenschuhe aus dem Wassersportbereich sind sehr beliebte Barfußschuhe.

Hier erfährst du alles über die Vor- und Nachteile von Neoprenschuhen, und ich stelle verschiedene Modelle vor.

Ich bin ja ein großer Fan von Neoprenschuhen, weil darunter die bequemsten Minimalschuhe zu finden sind, die ich je getragen habe. Neoprenschuhe haben viele tolle Eigenschaften, die sie zu richtig guten Outdoor-Barfußschuhen machen.

Es gibt unterschiedliche Modelle, Schuhe aus dünnem Neopren und auch Stiefel aus einem stärkeren Material, die für Herbst und Winter optimal geeignet sind.

Die Vorteile

Die Vorteile von Neoprenschuhen sind:

  • feinfühlige Sohle
  • flexibles, anschmiegsames Obermaterial
  • sehr bequem
  • Druckstellen gibt es praktisch nicht
  • gute Isolation gegen Kälte
  • wasserabweisend
  • geringes Gewicht
  • unempfindlich
  • waschbar
  • preisgünstig
  • vegan

Für mich sind Neoprenschuhe perfekt für alle möglichen Outdooraktivitäten wie Hunde-Spaziergänge oder auch die Gartenarbeit. Das weiche Material passt sich perfekt an den Fuß an ohne einzuengen und durch die flexiblen Sohlen gibt es ganz viel Barfußgefühl.

Die Schuhe aus Neopren sind also auch perfekt geeignet wenn du empfindlich für Druckstellen bist. Gerade feste Winterschuhe machen da ja oft Probleme.

Am Wasser mit den Cressi Neoprenschuhen
Am Wasser mit den Cressi Neoprenboots

Im Winter trage ich am liebsten die etwas dickeren Neoprenboots, die ich unten noch ausführlich vorstelle. Mit denen habe ich bisher nie kalte Füße gehabt, sie sind außerdem auch sehr gut wasserabweisend. Trotz des dickeren Materials sind die Sohlen sagenhaft feinfühlig, weil das Material so flexibel ist.

Neoprenschuhe sind sehr robust, es ist überhaupt kein Problem wenn es durch den tiefsten Matsch geht oder wenn sie durch und durch nass werden. Durch die Isolierung friert man aber auch mit nassen Füßen nicht so schnell – genauer gesagt spürt man ein wenig Nässe oft überhaupt nicht.

Dazu können Neoprenschuhe ganz problemlos bei 30 Grad gewaschen werden und sind auch noch wesentlich günstiger in der Anschaffung als Marken-Barfußschuhe.

Die Nachteile – und warum die halb so wild sind

Die Nachteile von Neoprenschuhen:

  • nicht wasserdicht
  • nicht atmungsaktiv

Neoprenschuhe sind wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Bei den Schuhen aus dünnerem Material tritt recht schnell Wasser ein wenn man länger im Regen unterwegs ist oder über nasses Gras läuft. Die weiter unten vorgestellten Boots aus dickerem Neopren halten durch die Gummibeschichtung aber sehr lange trocken.

Wasserdichte Socken von Sealskinz
Wasserdichte Socken von Sealskinz

Ein großer Vorteil dabei ist, dass das Neopren isoliert und man eindringende Feuchtigkeit nicht so schnell als unangenehm empfindet. Um auch bei langen Touren trockene Füße zu behalten, sind wasserdichte Socken wie z. B. die Sealskinz* oder Dexshell eine tolle Ergänzung.

Mit denen bleiben deine Füße auf jeden Fall trocken. (Einige der dickeren Modelle enthalten Schurwolle, die leichteren Varianten sind aber auch für Veganer geeignet.)

Lies dazu auch meinen Artikel über die Sealskinz.

Ein anderer Nachteil ist, dass Neopren ist nicht atmungsaktiv ist. Wenn man schwitzt, bleibt die Feuchtigkeit im Schuh und kann nicht entweichen. Auch nimmt das Neopren selbst die Feuchtigkeit nicht gut auf.

Nach längerer Zeit kann es tatsächlich unangenehm schwitzig in den Schuhen werden. Wie lange das dauert, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie stark schwitzt du?
  • Wie aktiv bist du?
  • Wie warm oder wie kalt ist es?
  • Welche Socken trägst du?

Wie stark man schwitzt ist individuell ganz unterschiedlich. Vielleicht gehörst du tatsächlich zu den Menschen, die so stark schwitzen, dass für dich Neoprenschuhe deswegen gar nicht in Frage kommen. Wenn du nicht übermäßig schwitzt, kannst du aber auch Schuhe aus Neopren über einige Stunden ohne Probleme tragen.

Hier spielt natürlich auch die Aktivität eine Rolle, je intensiver man sich bewegt, desto mehr schwitzt man. Das wiederum wird aber auch wieder von der Außentemperatur beeinflusst.

Der Körper schwitzt, um sich durch Verdunstung des Schweißes zu kühlen. Wenn die Außenluft die Kühlung übernimmt, kommt man erst gar nicht so stark ins Schwitzen. Im Winter kann man Neoprenschuhe also in der Regel viel länger tragen als im Sommer.

Viele konventionelle Schuhe bestehen aus atmungsaktiven Funktions-Materialien. Die optimale Durchlässigkeit ist aber nur dann gegeben, wenn die Außentemperatur wenigstens 15 Grad unter der Temperatur  im Schuh liegt.

Und auch wenn die Temperatur stimmt, ist die Durchlässigkeit immer noch begrenzt: Auch hier kann sich die Feuchtigkeit stauen, vor allen Dingen bei wärmeren Temperaturen. Ich habe schon so einige Schuhe getragen, in denen das Klima viel schneller ungemütlich wurde als in den Neoprenschuhen.

Selbst wenn man mal ins Schwitzen kommen sollte in den Neoprenschuhen: Durch die gute Isolierung wärmen sie so gut, dass man die Feuchtigkeit gar nicht so schnell als unangenehm empfindet. Dazu kann man sie problemlos waschen.

Ein weiterer ganz wichtiger Aspekt ist auch die Wahl der Socken. Besonders geeignet sind Socken aus Baumwolle oder aus Wolle, da diese die entstehende Feuchtigkeit gut aufnehmen können. Bei längeren Touren bietet es sich an, einfach ein Paar Socken zum Wechseln mitzunehmen.

Im Herbstlaub mit den Mares Dive Boots Neoprenschuhen
Herbstspaziergang mit den Mares Dive Boots

Fazit

Neoprenschuhe sind wegen der fehlenden Belüftung sicher nicht dazu geeignet, sie den ganzen Tag zu tragen. Aber für kürzere Einsätze bis hin zu mehreren Stunden sind Neoprenschuhe gerade im Outdoorbereich ideal.

Ich mag Schuhe, die nicht atmungaktiv sind, eigentlich überhaupt nicht gerne. Die Neoprenschuhe trage ich aber praktisch das ganze Jahr über sehr gerne zu allen möglichen Gelegenheiten.

In der Regel wird es nämlich überhaupt nicht so schnell ungemütlich in Neoprenschuhen, wie man es sich vielleicht vorstellt. Die Erfahrung habe ich selbst gemacht, und ich höre es auch immer wieder von anderen Nutzern.

Insgesamt finde ich, dass die Vorteile die Nachteile deutlich überwiegen, und man mit den wenigen Nachteilen gut umgehen kann.

Natürlich musst du für dich selbst herausfinden, ob und wie lange du dich in Neoprenschuhen wohlfühlst. Da sie nicht so teuer in der Anschaffung sind, lohnt sich ein Test aber auf jeden Fall. Nicht umsonst haben diese Schuhe so viele begeisterte Fans.

Leichte Neoprenschuhe

Diese leichten Neoprenschuhe eignen sich mit ihrem dünnen Obermaterial gut für die wärmere Jahreszeit. Mit entsprechender Ausrüstung kann man sie aber auch bei kälterem Wetter gut tragen.

Mares Equator

Mares Equator Surfschuh
Mares Equator bei Amazon*

Der Mares Equator* ist knöchelhoch geschnitten und besteht aus 2 mm dickem Neopren. Die Sohle ist dünn und sehr feinfühlig, auch wenn das griffige Profil auf den ersten Blick nicht danach aussieht.

Die Mares Equator sind auch im Obermaterial sehr flexibel und mit Abstand die bequemsten Schuhe, die ich je getragen habe (einer meiner persönlichen Testsieger).

In den Barfußschuh-Bestsellerlisten von Amazon sind die Mares Equator regelmäßig zu finden. Hier geht es zu meinem ausführlichen Testbericht der Mares Equator Surfschuhe.

Die Mares Equator fallen größengerecht aus. Oft wird nur die US-Größe angegeben, hier die Größentabelle von Mares zur besseren Orientierung:

Größentabelle Mares

Aqua Sphere Beachwalker

Aqua Sphere Beachwalker in rot
Aqua Sphere Beachwalker bei Amazon*

Der Aqua Sphere Beachwalker* besteht auch aus dünnem Neopren und hat auf der Oberseite einen Einsatz aus Netzstoff. Das sorgt für eine gute Belüftung und gleicht die fehlende Atmungsaktivität ein wenig aus.

Der Beachwalker wird in verschiedenen Farben angeboten und ist etwas weiter geschnitten als der Mares Equator.

Die Sohle ist ebenfalls dünn und feinfühlig. Angeboten wir der Beachwalker von Größe 35 bis 51.

Neoprenschuhe bei Wind und Wetter

Bei Regenwetter mag ich die Neoprenboots wie die Mares Dive Boots oder die Seac Füßlinge auch sehr gerne. Durch die Gummibeschichtung sind diese Schuhe sehr gut wasserabweisend, außerdem sind sie robust und können auch problemlos gewaschen werden.

Im Winter sind die Boots unschlagbar, weil sie so toll isolieren. Und auch 5 mm dickes Neopren mit einigen mm Gummisohle ist durch die Flexibilität noch wunderbar feinfühlig. Nicht vergleichbar mit einer ebenso dicken Sohle, die komplett aus Gummi besteht. Und weil das Material so weich ist, gibt es absolut keine Druckstellen. Zusätzlich kann man die Neoprenschuhe auch noch mit Einlegesohlen* ausstatten.

Schuhe aus Neopren sind wie schon beschrieben nicht völlig wasserdicht, aber vor allem die vorgestellten Stiefel halten durch die Gummibeschichtung sehr lange trocken, auch bei Regen oder beim Gehen über nasse Wiesen. Wenn du länger unterwegs bist und ganz sicher sein willst, dass es trocken bleibt kannst du in diesen Schuhen auch die wasserdichten SealSkinz Socken* tragen.

Der hohe Schaft der Stiefel wärmt angenehm und schützt auch gegen durchnässte, kalte Hosenbeine ganz perfekt. Da die Schuhe eng am Bein anliegen, kann auch Schnee nicht so schnell eindringen.

Mares Boots

Stiefel Mares Dive Boot Neoprenschuhe
Mares Dive Boots

Die Mares Dive Boots* sind für mich perfekte Begleiter durch den Herbst. Sie bestehen aus 5 mm dickem Neopren mit einer flexiblen Sohle.

Durch das dickere Neopren haben die Stiefeletten eine gute Isolierung bei niedrigeren Temperaturen. Über 10 Grad sind sie mir auf jeden Fall schon zu warm.

Der Reißverschluss ist mit einer dünnen Neoprenschicht hinterlegt, so dass er keinen direkten Hautkontakt hat.

Die Gummibeschichtung auf dem Fußrücken sorgt dafür, dass es auch bei Regenwetter sehr lange trocken im Schuh bleibt.

Die Mares Dive Boots fallen größengerecht aus, ich trage mit Größe 39 die US-Größe 7 und die Stiefel passen sehr gut. Für die Mares Boots gilt diese Größentabelle:

Größentabelle Mares

Zu den Mares Boots gibt es hier einen ausführlichen Testbericht.

Seac Füßlinge

Seac Neoprenschuhe
Seac Füßlinge

Auch die Seac Füßlinge * bestehen aus 5 mm dickem Neopren. Die flexible Sohle hat durch das Profil einen noch besseren Grip als die der Mares Boots.

Der Schaft der Seac Boots ist außerdem etwas höher und liegt etwas enger am Bein an. Der Reißverschluss hält aber auf jeder beliebigen Höhe und die Stiefel sitzen auch sehr gut, wenn er nicht vollständig geschlossen ist.

Der Reißverschluss ist mit dünnem Neopren hinterlegt und hat so keinen direkten Hautkontakt. Der Reißverschluss macht einen hochwertigen und robusten Eindruck. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen Klettverschluss.

Durch den höheren Schaft halten die Seac Füßlinge bei ganz kaltem Wetter noch besser warm und trocken. Auch hier sorgt die hochgezogene Gummibeschichtung dafür, dass es bei Regenwetter lange trocken bleibt im Schuh. Man kann mit den Seac auch mal über nasse Wiesen laufen, ohne dass gleich Wasser eintritt.

Bisher ist bei mir nur ganz selten mal eine winzige Menge Wasser durch die Seitennaht eingedrungen, da bin ich aber auch lange durch den strömenden Regen und über nasse Wiesen gelaufen.

Ich habe mit Schuhgröße 39 die Seac in Größe 38/39 anprobiert, sie waren mir etwas zu klein, ich bin vorne angestoßen. Besonders wenn man dickere Socken in den Schuhen tragen möchte, sollte man diese eher eine Nummer größer bestellen.

Größe 40/41 ist für mich eigentlich ein wenig zu groß, mit Einlegesohlen passen die Seac aber gut und halten dadurch auch noch besser warm. Ich hatte mit den Seac im Winter auch im tiefen Schnee und bei gefrorenem Boden nie auch nur ansatzweise kalte Füße.

Die Haltbarkeit ist sehr gut, ich bin schon einen ganzen Winter hindurch mit den Seac Boots gelaufen und es gibt noch keine Probleme. Hier die Größentabelle für die Seac Füßlinge:

Größentabelle Seac

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Cressi Premium Neoprenfüßlinge

Cressi Neoprenfüßlinge
Cressi Neoprenfüßlinge bei Amazon*

Die Neoprenfüßlinge von Cressi gibt es in drei verschiedenen Stärken. Die Variante mit 3,5 mm eignet sich sehr gut für herbstliches Wetter, die Variante mit 5 mm entspricht der Materialdicke der beiden anderen vorgestellten Füßlinge von Mares und Seac.

Die Modelle mit 7 mm dickem Neopren halten im Winter besonders warm, allerdings geht hierdurch auch das Barfußgefühl etwas verloren.

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