Antirutsch-Beschichtung und einfache Sohlen selber machen

Antirutsch-Beschichtung
Auch die beste Antirutsch-Beschichtung hält nicht ewig

Du möchtest Antirutsch-Socken oder Barfußschuhe selber machen? Eine Sohle oder eine kaputte Beschichtung reparieren? Oder ärgerst du dich weil deine neuen Antirutsch-Socken zu sparsam beschichtet wurden?

Hier findest du nützliche Tipps und Empfehlungen dazu. Außerdem gibt eine ausführliche, bebilderte Anleitung zur Erneuerung der Beschichtung von Filzhausschuhen.

 

Antirutsch-Beschichtung von Socken selber machen und reparieren

Sock Stop Flüssiglatex für Antirutschbeschichtungen
Sock Stop Flüssiglatex

Mit Sock Stop*, einem speziellen Flüssiglatex, kannst du ganz normale Socken in Anti-Rutsch-Socken verwandeln. Das gilt natürlich auch für selbstgestrickte Socken.

Sock Stop ist in verschiedenen Farben erhältlich, so kannst du es individuell passend zum Stoff aussuchen und auch mehrere Farben kombinieren.

Ein Problem bei Anti-Rutsch-Socken und auch bei Hausschuhen mit sehr dünner Sohle kann sein, dass sich die Noppen oder die Beschichtung mit der Zeit abnutzen.

Gerade bei sehr günstigen Socken ist das schnell passiert und es besteht wieder Rutschgefahr. Meistens ist es aber zu schade, die Socken oder Schuhe gleich wegzuwerfen.

Manchmal sind auch von vornherein zu wenige Noppen vorhanden, oder diese sind ungünstig platziert. Mit Sock Stop lassen sich abgelaufene Noppen ganz einfach und unkompliziert ersetzen bzw. ergänzen.

Ganz nach Belieben kannst du individuelle Muster auftragen oder auch einfach die komplette Sohle durchgängig mit Sock Stop versehen.

So geht´s

Um den Stoff beim Auftragen größerer Muster oder Flächen glatt zu ziehen bzw. auf die passende Größe zu dehnen, kannst du entsprechende Stücke Pappe zurechtschneiden. Stell dich dazu auf ein entsprechend großes Stück Pappe, zeichne die Umrisse deiner Füße nach und schneide diese Schablonen aus. Diese werden in die Socken gesteckt und bleiben dort, bis die Beschichtung vollständig getrocknet ist.

Für einen flächigen Auftrag von Sock Stop* eignet sich ein Messer sehr gut (siehe auch bebilderte Anleitung zu den Hausschuhen weiter unten). Mit diesem kann man das flüssige Latex ganz leicht verteilen. Wischt man das Messer nach Gebrauch sofort mit einem Stück Küchenpapier ab, bleiben keine Rückstände. Aber auch getrocknete Reste lassen sich vom Metall sehr leicht ablösen.

Trage die Flüssigkeit nicht zu dick auf, sonst kann sie verlaufen und ungleichmäßig werden. Wenn du nach dem Trocknen feststellen solltest, dass die Schicht zu dünn ist, kannst du den Auftrag problemlos wiederholen.

Nach einer Trocknungszeit von 10 bis 12 Stunden ist die Beschichtung vollständig getrocknet, dabei dunkelt auch die Farbe noch nach. Sock Stop bleibt auch nach dem Trocknen angenehm weich und flexibel. 

Zur Ergiebigkeit: Mit einer Flasche Sock Stop, die 100 ml enthält, habe ich die Sohlen von drei Paar Hausschuhen in Größe 39 vollflächig neu beschichtet. Dazu habe ich noch die Beschichtung von einigen Socken punktuell ergänzt. Die Flasche ist noch ca. zu 1/4 voll. Für die Beschichtung von sehr saugfähigen Materialien wie z. B. unbehandeltem Filz benötigt man allerdings mehr Sock Stop.

Werden die Flaschen längere Zeit nicht benutzt, so kann die Spitze verstopfen. Das Latex trocknet ein und verschließt die Öffnung. Allerdings verklebt es nicht mit dem Material der Flasche und kann ganz leicht entfernt werden: Einfach die Spitze abdrehen und mit einer aufgebogenen Büroklammer von oben in die Spitze hineingehen. So drückst du den getrockneten Teil nach unten und kannst ihn herausziehen, auch das geht gut mit Hilfe der Büroklammer.

Antirutsch-Beschichtung von Schuhen selber machen und erneuern

Auch für Barfuß-Hausschuhe wie Hüttenschuhe und andere Schuhe mit textilen Sohlen eignet sich Sock Stop* sehr gut zum Ausbessern oder erstmaligen Aufbringen einer rutschfesten Beschichtung.

Besonders bei Filzsohlen sollte vor dem Auftrag überprüft werden, ob diese schon glatt gelaufen sind. Das flüssige Latex hält nur auf Latex selbst und auf leicht saugfähigen Untergründen. Wurden Filzsohlen eine gewisse Zeit lang getragen, ist die Oberfläche oft nicht mehr ausreichend aufnahmefähig und die neue Antirutsch-Beschichtung löst sich sehr schnell wieder ab. In diesem Fall sollte der Filz vor der Anwendung angeraut werden, das funktioniert beispielsweise mit einer sehr harten Bürste oder Schleifpapier.

Anleitung am Beispiel von Filzhausschuhen

Hier erkläre ich Schritt für Schritt, wie man die rutschig gewordene Beschichtung von Filzhausschuhen wieder auffrischen kann.

Achte darauf, dass das flüssige Latex nicht an deine Kleidung gerät. Von glatten Oberflächen wie dem verwendeten Messer lässt es sich im nassen sowie im trockenen Zustand sehr gut ablösen, von Kleidungsstücken lässt es sich naturgemäß kaum wieder entfernen.

Das Sock Stop riecht etwas unangenehm, allerdings verfliegt der Geruch auch schnell wieder, nachdem es aufgetragen wurde. Achte deswegen auf ausreichende Belüftung.

Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Zuerst alles bereitlegen

Schuhe, Sock Stop, Schleifpapier und ein Messer
Schuhe, Sock Stop, Schleifpapier und ein Messer

Du benötigst:

  • Schuhe mit rutschig gewordenen Filzsohlen
  • Sock Stop*
  • ein Messer
  • Schleifpapier
  • Küchenpapier

Das Schleifpapier sollte nicht zu fein sein. Hier habe ich 120-er Schleifpapier verwendet, es darf aber ruhig noch grober sein (je kleiner die Zahl, desto grober die Körnung).

Sohle abschleifen

Das Anschleifen der alten Sohle
Das Anschleifen der alten Sohle

Bearbeite die Sohle, vor allem die glatten Stellen, kräftig mit dem Schleifpapier. Dabei lösen sich kleine Teilchen der alten Beschichtung, das ist aber so gewollt.

Die Sohle soll die neue Latexbeschichtung wieder gut annehmen. Die alte Beschichtung muss aber keinesfalls vollständig abgelöst werden, es reicht wenn sie aufgeraut und dabei etwas porös wird.

Bei größeren Flächen bietet es sich auch an, einen ganzen Bogen Schleifpapier flach hinzulegen, dieses gut festzuhalten und die Sohlen vollflächig über das Papier zu ziehen. Kontrolliere zwischendurch öfter das Ergebnis.

Vorher und nachher

Rechts die aufgeraute Sohle, links die noch unbehandelte Sohle
Rechts die aufgeraute Sohle, links die noch unbehandelte Sohle

Hier siehst du die beiden Sohlen im Vergleich. Die linke Sohle hat noch die dunkler erscheinenden glatten Stellen, die rechte Sohle wurde schon mit Schleifpapier bearbeitet.

Sock Stop auftragen

Sock Stop wird mit dem Messer aufgetragen
Sock Stop wird mit dem Messer aufgetragen

Trage etwas Sock Stop auf die bearbeitete Sohle auf. Nimm nicht zu viel Flüssigkeit auf einmal, damit diese nicht von der Sohle herunter läuft während du arbeitest.

Auch sollte der Auftrag nicht zu dick erfolgen, die Struktur der Sohle sollte noch erkennbar sein. Das Mittel ist recht flüssig und könnte auch beim Trocknen noch verlaufen.

Wenn die Beschichtung zu dünn geraten sollte, kannst du besser nachträglich noch eine weitere Schicht auftragen. Um Rutschfestigkeit zu gewährleisten, reicht aber auch schon ein relativ dünner Auftrag, wie hier zu sehen ist. Wenn du die Schuhe auch für kurze Wege draußen tragen möchtest oder eine längere Haltbarkeit wünschst, ist ein mehrfacher Auftrag sinnvoll.

Fast fertig

So sieht die Sohle direkt nach dem Auftrag aus
So sieht die Sohle direkt nach dem Auftrag aus

So sieht die fertig beschichtete Sohle aus. Du musst hier keine Kunstwerke vollbringen: Die Flüssigkeit wird durch das Trocknen glatter, Unebenheiten sind nachher kaum noch zu erkennen (siehe auch das nächste Foto).

Nun sollte die Beschichtung 10 bis 12 Stunden trocknen.

Getrocknet

Die fast trockene Antirutsch-Beschichtung
Die fast trockene Antirutsch-Beschichtung

Die gleiche Sohle ein paar Stunden später, die Beschichtung ist schon fast vollständig getrocknet. Hier erkennt man sehr gut, dass sie dunkler und auch glatter geworden ist.

Sicherheitshalber sollten die Schuhe aber erst nach der angegebenen Trockenzeit wieder getragen werden.

Beim ersten Tragen machen die Sohlen je nach Bodenbelag eventuell Geräusche beim Laufen. Es hört sich an als würden sie leicht festkleben, und es fühlt sich auch ein wenig so an. Das gibt sich aber sehr schnell und die Geräusche verschwinden.

Einfache Sohlen selber machen

Um Schuhsohlen aus anderen Materialien zu beschichten, eignet sich Schuhreparaturpaste* sehr gut. Diese lässt sich außer auf Textilien auch auf Leder, Kunststoff, Holz, Kork, Crepe und Gummi auftragen und ist sehr abriebfest. Die Konsistenz ist fester als die von Sock Stop und kann modelliert werden. Auch im trockenen Zustand ist die Beschichtung etwas stabiler und härter, aber dennoch flexibel.

Die Schuhreparaturpaste ist eigentlich zum Ausbessern kaputter Sohlen gedacht. Damit lassen sich aber auch Barfußschuhe aus den unterschiedlichsten Materialien mit einer wasserfesten, robusten und gleichzeitig flexiblen Sohle versehen. Ein Profilmuster kann in die so hergestellten Sohlen ebenfalls eingedrückt werden. Mit ein wenig Kreativität kannst du so deine eigenen Barfußschuhe selber machen.

Die Langlauf-Reparaturpaste eignet sich natürlich auch für alle anderen Schuhe zum Ausbessern der Sohle.

Sohlen befestigen

Wenn die Sohlen noch intakt sind und sich lediglich abgelöst haben, benötigst du einen besonders guten Klebstoff. Der beste Kleber für diese Zwecke ist Kövulfix*. Dieser hält auch den besonderen Belastungen, denen Schuhe ausgesetzt sind, stand.

Mit Kövulfix lassen sich nicht nur Sohlen wieder ankleben, sondern auch Leder, Gummi, Filz und viele andere Materialien verkleben, ideal auch zum Selbermachen von Barfußschuhen.